Gendertoilette statt Wickeltisch

Auch im Mainzer Stadthaus geht man mit der Zeit: Eine sogenannte Gendertoilette wurde eingerichtet. Nach ungleich wichtigeren Einrichtungen wie Wickeltischen sucht man derweil vergebens.

Die Genderideologie hat auch Mainz inzwischen fest im Griff. Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt scheint auch für die grün-rot-gelbe Stadtregierung eine hohe Priorität zu genießen. So staunt man nicht schlecht, wenn man direkt im Foyer des umfunktionierten Mainzer Stadthauses in der Großen Bleiche eine Toilette mit der Aufschrift „WC für alle Geschlechter“ erblickt.

Der normale berufstätige Bürger, der von den neuesten Verirrungen der linksgrünen Ideologieproduktion höchstens am Rande mitbekommt, staunt hier erst einmal nicht schlecht: Welche Geschlechter denn alles? Reichen die klassischen Herren- und Damentoiletten, welche in der westlichen Zivilisation bis dato bewährter Standard waren, denn nicht aus? Offensichtlich nicht, die von Steuergeld großzügig geförderte „Genderforschung“ schwankt hier zwischen null, drei oder gleich 72 Geschlechtern. Ist man kein belesener Experte auf diesem Gebiet, will jedoch trotzdem einem individuell zugeschnittenen Phantasiegeschlecht angehören, sind auch „non-binär“ oder „genderfluid“ eine beliebte Wahl.

Da die Inklusivität nun auch im Mainzer Stadthaus Einzug gefunden zu haben scheint, liegt ein interessierter Blick ins Innere dieses progressiven Örtchens nahe. Verdutzt muss man jedoch auf den zweiten Blick feststellen, dass es auf der genderfluiden Toilette ziemlich geschlechts-binär zugeht: Links ein klassisches Klosett zum Hinsetzen, rechts ein Pissoir für die Herren der Schöpfung. Und ohne sich zu weit aus dem Fenster lehnen zu müssen, kann man die Besucherrate des Gender-WCs doch eher als dürftig bezeichnen. Und seien wir mal ehrlich: Ist es wirklich verwunderlich, dass wohl kaum eine Frau sich wohl dabei fühlt, in einer Toilettenkabine neben einem Mann ihr Geschäft zu verrichten? Grundlegende Scham- und Anstandsgefühle sind wohl auch in der schönen neuen Welt der linken Weltverbesserer nicht ganz aus den Köpfen der Leute zu bekommen.

Also alles Lug und Trug? Keineswegs, schließlich schadet eine eigene Toilette für geschlechtlich Unentschlossene ja nichts. Wozu könnte man jenen Raum denn auch sonst verwenden? Als babygerechte Einrichtung mit Wickeltisch etwa, um den Arbeitsplatz im Stadthaus kinderfreundlicher zu gestalten, und zwar für Väter wie Mütter gleichermaßen? Das wäre allerdings ein mehr als rückständiger Vorschlag. Kinder, vor allem deutsche Kinder, sind doch sowieso ein reaktionäres Konzept. Die Zukunft gehört den 72 Geschlechtern, ob Sie Wutbürger das nun wollen oder nicht. Ist man anderer Meinung, kann man ja auch gleich AfD wählen.